Den Ausstieg vorbereiten

Allem verständlichen Ärger über die unfreiwillige Trennung zum Trotz sollten Sie sich bis zum letzten Tag im Unternehmen korrekt verhalten. Lesen Sie, wie Sie die letzten Wochen vor Ihrem Ausstieg optimal gestalten.

Hinterlassen Sie keine verbrannte Erde

Bei einer unfreiwilligen Trennung entsteht häufig Ärger über das Zustandekommen und das Verhalten der Akteure auf Arbeitgeberseite. Der Wunsch nach Wiedergutmachung wäre durchaus verständlich. Dennoch sollten Sie sich davon frei machen. Besser, Sie verhalten sich zu 100 % korrekt und bieten keinerlei Anlass für Kritik. In dieser heiklen Phase können Sie Ihre Integrität als Führungskraft unter Beweis stellen – aus eigenem Interesse. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine Kündigung erhalten oder eine Aufhebungsvereinbarung in beiderseitigem Einvernehmen abgeschlossen haben.

Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst

Sofern Sie in Verbindung mit der Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses nicht sofort freigestellt wurden, machen Sie einfach weiterhin Ihren Job. Lassen Sie sich die Enttäuschung nicht anmerken und geben Sie keinen Anlass zu Beanstandungen. Bekanntlich sieht man sich immer zweimal im Leben. Deshalb lohnt es sich, etwas dafür zu tun, dem Arbeitgeber und wichtigen Schlüsselpersonen positiv in Erinnerung zu bleiben.

Egal ob es sich um Produkte, Kunden oder Systeme geht, widmen Sie allen Aspekten Ihrer Aufgabe die erforderliche Aufmerksamkeit. Führen Sie wichtige Projekte zu einem guten Ende oder zumindest zu einem markanten Meilenstein. Auf diese Weise finden Sie einen würdigen Abschluss.

Bereinigen Sie Konflikte

Als Manager bewegen Sie sich ständig im Spannungsfeld widersprüchlicher Interessen. Konfliktmanagement ist nicht ohne Grund eine Kernkompetenz für Führungskräfte. Sofern Sie bestehende Konflikte noch nicht zur Zufriedenheit lösen konnten, lautet die Empfehlung: Springen Sie über Ihren Schatten und gehen Sie auf Ihr Gegenüber zu. Gestehen Sie eigene Fehler ein. Eine verbesserte Beziehung ist wertvoller als das Gefühl, im Recht zu sein.

Auch wenn die erlittene Kränkung groß ist, sollten Sie keine schmutzige Wäsche waschen. Sprechen Sie nicht negativ über einzelne Personen oder unternehmerische Entscheidungen – auch nicht in vermeintlich vertraulichen Gesprächen. Bereinigen Sie stattdessen Ihre Konflikte unter vier Augen. Das nötigt anderen Respekt ab.

Sichern Sie sich gute Referenzen

Ein untadeliges Arbeitszeugnis ist die Mindestvoraussetzung für einen erfolgreichen Wiedereinstieg bei einem anderen Unternehmen. Darin sollten auch Ihre wichtigsten Erfolge bescheinigt werden. Je bedeutender Ihre Position im Unternehmen, desto entscheidender sind persönliche Referenzen. Bitten Sie Ihren Chef, guten Kollegen und geeignete Kunden aktiv darum, sich bei Bedarf als Referenz zur Verfügung zu stellen.

Die letzten Tage – Übergabe

Sorgen Sie in den letzten Tagen im Unternehmen für eine geordnete Übergabe des laufenden Geschäfts an Ihren Nachfolger bzw. Ihren Chef. Geben Sie ihm oder ihr eine Übersicht mit einem Statusbericht über alle laufenden Themen und einer Bewertung hinsichtlich des Handlungsbedarfs. So können Sie unbelastet nach vorn schauen und Ihre Energie auf die berufliche Zukunft konzentrieren.

Abschied nehmen

Jeder Abschied aus einer Zusammenarbeit beinhaltet auch die Möglichkeit, die Beziehung in einer anderen Konstellation neu zu gestalten. Sie sollten sich unbedingt von den Geschäftsführern verabschieden. Sofern ein persönliches Treffen nicht mehr möglichst ist, können Sie einen Brief mit einer persönlichen Note verfassen. Genauso wichtig ist eine angemessene Verabschiedung von den Kollegen und Projektteams.

Vergessen Sie auf keinen Fall, Ihren Mitarbeitern für die Zusammenarbeit und Loyalität zu danken. Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht und bleiben Sie gleichfalls authentisch. Das ist mehr als reine Formsache.

Pflegen Sie Ihr Netzwerk

Es ist empfehlenswert, wichtige Kunden, Lieferanten und andere Geschäftspartner persönlich über die berufliche Veränderung zu informieren. Tun Sie dies möglichst vor der offiziellen Verlautbarung. Diese Menschen werden Ihr Vertrauen zu schätzen wissen.

Sie können den beruflichen Neustart auch zum Anlass nehmen, den Kontakt zu Menschen wieder aufzunehmen, mit denen Sie in der jüngsten Zeit wenige Berührungspunkte hatten. Ein Wechsel ist eine gute Gelegenheit, eine ehemals gute Beziehung wieder neu zu beleben. Denken Sie daran: Netzwerkkontakte muss man dauerhaft pflegen und erhalten. Netzwerke basieren auf Geben und Nehmen.

2019-02-04T16:11:23+00:00