Kündigung erhalten: Was Sie nun tun sollten

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen mitgeteilt hat, dass man sich von Ihnen trennen will, bewahren Sie – trotz emotionaler Betroffenheit – möglichst einen kühlen Kopf. Vier Dinge sollten Sie jetzt unbedingt bedenken:

1. Kündigung erhalten – sprechen Sie mit Ihrer Familie:

Die Familie kann in den kommenden Wochen und Monaten eine wichtige Stütze für Sie sein. Deshalb ziehen Sie Ihre Familie so früh wie möglich ins Vertrauen. Verheimlichen Sie die Kündigung auch nicht vor Ihren Kindern, die sich über Ihre plötzliche häufige Anwesenheit zu hause wundern werden. Vermeiden Sie dabei jegliches Drama, weil sonst diffuse Ängste entstehen können.
Sprechen Sie auch mit Ihren engsten Freunden. Scham wäre verständlich – ist jedoch vollkommen unangebracht. Spielen Sie nicht Verstecken mit den Menschen, die Ihnen nahe stehen. Diese Offenheit entzieht auch jeglichen Raum für Spekulationen.

2. Rechtsanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen:

In jedem Fall ist es sinnvoll, juristische Unterstützung einzuholen. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht nimmt eine nüchterne Prüfung der Rechtslage und Ihrer Verhandlungsposition vor. Sie selbst sind emotional involviert, doch mit dem professionellen Abstand des Rechtsanwaltes relativiert sich einiges. Die weiteren Verhandlungen sollen Ihre wirtschaftliche Existenz sichern. Wichtig ist, dass Ihr Rechtsanwalt – über prozesstaktische Erwägungen hinaus – abzuschätzen weiß, was für Ihre weitere Karriere förderlich oder eher hinderlich sein kann. Für die zukunftsorientierte Fortsetzung Ihrer Karriere sind eine Verlängerung der Kündigungsfrist in Verbindung mit einer  bezahlten Freistellung sowie die Finanzierung einer hochwertigen Outplacement Beratung viel entscheidender als die rückwärts gewandte Entschädigung des erlittenen Verlustes durch die Maximierung des Abfindungsbetrages. Sehr wichtig ist auch eine abgestimmte öffentliche und interne Kommunikation, damit Ihre Reputation keinen Schaden erleidet.

3. Wichtige Kontakte informieren:

Ihre engsten beruflichen Kontakte möchten Ihr Ausscheiden nicht durch eine Pressemitteilung oder Gerüchte erfahren. Suchen Sie sobald wie möglich den Kontakt und informieren die Betreffenden über die neue Situation. Bei Managern gehören Trennungen heute zur Tagesordnung. Niemand auf dieser Ebene wird das als Scheitern verstehen.
Halten Sie sich bedeckt, was Ihre zukünftigen Pläne angeht. Vermeiden Sie frühzeitige Ankündigungen über zukünftige Vorhaben, die Sie möglicherweise später wieder revidieren werden und dann für Irritation sorgen.

4. Nach der Kündigung – Referenzen erhalten:

Bei allem Ärger über die Trennung sollten Sie mit Ihrer Reaktion den Bogen nicht überspannen. Unverhältnismäßige Forderungen und eine Verhärtung des Konfliktes gefährden die Bereitschaft Ihrer potenziellen Referenzgeber, sich für Sie zu engagieren. Ein Zeugnis mit versteckten Hinweisen kann Sie empfindlich schädigen. Doch ein sehr gutes Zeugnis allein reicht für höhere Managementpositionen nicht aus. Dafür benötigen Sie hochwertige Referenzen. Die Erfahrung zeigt, wer sich bis zum letzten Arbeitstag im Unternehmen korrekt verhält, wird auch langfristig in guter Erinnerung bleiben. Lesen Sie dazu auch den Beitrag: “Den Ausstieg vorbereiten”

Wie Sie Ihr Selbstwertgefühl zurückgewinnen

Durch den Verlust Ihres Arbeitsplatzes werden viele Emotionen aufgewühlt. Viele Manager erleben die ungewollte Trennung von ihrem Arbeitgeber als Kränkung und Missachtung ihrer langjährigen Leistung für das Unternehmen. Gleichzeitig verlieren Sie mit Ihrer Position auch den Zugang zu Netzwerken und Gremien. All das kann das eigene Selbstwertgefühl stark verletzen. Wir widmen uns zu Beginn der Outplacement Beratung auch der Aufarbeitung der Trennungssituation. Dadurch gewinnen Sie Abstand und sehen die Trennung aus neuer Perspektive. Sie richten sich neu aus und konzentrieren Ihre Energie auf Ihre berufliche Zukunft. Dazu gehört auch das Wiederanknüpfen an Beziehungen, die durch die Trennung gekappt wurden

 

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